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Jul
16

Die Geschichte des Friseursalons

By friseurschreiber  //  Allgemein, Historisches  //  No Comments

Den Ursprung haben die modernen Friseursalons bei den Badern. Die Entwicklung reichte dann über die Barbiere und Perückenmacher bis hin zu den heutigen Friseuren. Den Beruf des Baders gibt es schon seit dem Mittelalter. Damals waren sie nicht nur für das Haare schneiden zuständig, sondern nahmen auch chirurgische Behandlungen vor und ließen ihre “Patienten” zur Ader. Auch bei Zahnschmerzen, wenn der Zahn gezogen werden musste, ging man zum Bader. Der Bader kümmertste sich aber auch um Seifen, Öle und Dauerwellen. Im 14. Jahrhundert gründeten die Bader, die damals so genannte Badehäuser betrieben, sogar eine eigene Zunft. Die Bader waren die ersten Friseure und die ersten Chirurgen zugleich.

Kam man früher als Mann zu einem Bader, und es fehlten einem schon alle Zähne, dann steckte der Bader einen Löffel in den zahnlosen Mund, so dass dieser besser, die nun nach außen gewölbte Wange rasieren konnte. Im Spätbarock war Bader ein so angesehener Beruf, dass man als Bader sogar dazu berechtigt war, einen Degen zu tragen.

Überliefert ist auch, dass Marie Antoinette ihren Friseur liebte. Er war bei jeder ihrer Reisen, und war sie auch noch so kurz, dabei. Sogar ins Exil während der Französischen Revoltion sollte der Friseur Marie Antoinette begleiten. Doch der Friseur kam zu spät zum vereinbarten Treffpunkt. Da Mario Antoinette ihre Kutsche warten ließ, wurde sie erkannt und zusammen mit ihrer Familie in Haft genommen. Später starb die Königin dann durch die Guillotine.

Im Laufe der Geschichte entwickelten sich die Bader und die Barbiere in zwei verschiedene Richtungen. Aus den Badern wurden Heilgehilfen und aus den Barbieren wurden Perückenmacher. Vor allem durch die Entwicklungen in der Zahnheilkunde und in der Chirurgie wurden die Bader immer mehr aus diesen Tätigkeiten heraus gedrängt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich dann der Berufsstand des Friseurs. Damals hatte man als Friseur noch keinen eigenen Salon, sondern als Friseur ging man immer zum Kunden nach Hause.

Obwohl der Beruf schon 1548 als ehrenhaft erklärt wurde, dauerte es noch sehr lange, bis die ersten Friseure, die ausschließlich Friseure waren, sich in Paris niederließen. Im Spätbarock begann die Blütezeit der Friseure, die erst mit der Französischen Revolution endete. Zur Zeit des Rokkoko galt der Friseurberuf als hochangesehen und wurde dementsprechend auch hoch bezahlt. Bereits 1763 wurde in Paris die erste “Akademie für Damenfriseure” eröffnet.

Circa um 1870 entdeckte man, dass man Wasserstoffperoxid zum Bleichen der Haare benutzen kann, kurz darauf die Ondulation und die Dauerwelle wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt. Bis dahin waren Friseure immer Männer. Erst während des Ersten Weltkriegs wurden auch Frauen in diesem Beruf zugelassen. Die erste Cremehaarfarbe in Tuben kam 1950 auf den Markt und revolutionierte die Kunst des Haarefärbens.

Die ersten Föhnfrisuren kamen zu Beginn der sechziger Jahre in Mode. Und zu Beginn der siebziger Jahre wurde von Sasson eine Revolution in der Schnitttechnik entwickelt: der Systemformhaarschnitt. Diese grundlegende Technik ist bis heute wegweisend für die handwerkliche und künstlerische Arbeit der Friseure.